«Hör auf dem Glück hinterherzujagen – dann kommt es von allein.» Einen Satz wie diesen hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Aber was, wenn das nicht stimmt? Was, wenn das gezielte Streben nach Glück genau das ist, was uns glücklicher und gelassener macht?
Eine neue Studie von Pavani, Larmanou, Holtzer und Colombo (2025), erschienen im Journal of Happiness Studies, liefert spannende Antworten. Mit einem täglichen Tagebuch-Eintrag blickten die Teilnehmenden auf ihren Tag zurück – auf Momente des Glücks, des Grübelns und des Geniessens – und notierten mit welchem Wunsch nach Glück sie in den nächsten Tag gehen wollten.

Warum der Wunsch nach Glück Stress reduzieren kann
Was die Forschung zum Vorschein bringt, klingt fast wie ein Geheimnis: Wer sich vornimmt, glücklicher zu sein sowie das Glück aktiv zu suchen, verändert damit unbewusst seinen Blick auf den Alltag. Dieser Wunsch fördert die Fähigkeit, positive Momente intensiver zu erleben und zu geniessen – ein kleiner, aber wirksamer Schutz gegen den täglichen Stress.
Dieses bewusste Hinwenden zum Guten wird in der Psychologie als «Savoring» bezeichnet – das Geniessen und bewusste Auskosten positiver Erfahrungen. Das kann der warme Kaffee am Morgen sein, ein kurzes Lächeln von jemandem auf der Strasse oder der Moment, in dem man tief durchatmet und merkt: Jetzt gerade ist alles gut.
Glücklichsein als erster Schritt zur Stressbewältigung
Savoring bewirkt dabei jedoch weit mehr. Wer den Blick bewusst auf die kleinen, positiven Momente des Tages richtet, schafft automatisch Abstand zu dem, was belastet oder stresst. Diese bewusste Aufmerksamkeit wirkt dabei wie ein inneres Gegengewicht zu Stress – sie schenkt einen Moment der Ruhe inmitten von Anspannung und lässt die innere Balance wie von selbst zurückkehren. Wer regelmässig bewusst solche Momente wahrnimmt, trainiert nicht nur sein Glücksgefühl, sondern stärkt auch die eigene Widerstandsfähigkeit in stressigen Situationen.
Glücklichsein: Der Schlüssel zur effektiven Stressbewältigung
- Zur inneren Ruhe mit Micro-Pausen
Sie sind gerade beim Einkaufen, Wandern oder auf dem Weg ins Büro? Dann halten Sie einen Moment inne, machen Sie ein paar tiefe Atemzüge und nehmen Sie bewusst wahr, was gerade passiert. Schauen Sie genau hin, hören Sie zu, riechen, fühlen Sie – ganz ohne Ablenkung. So können Sie selbst kleine Freuden wie eine schöne Aussicht, einen Sonnenstrahl oder ein Lächeln intensiver erleben. Gleichzeitig hilft diese kurze Achtsamkeitspause, Stress abzubauen und ein Gefühl innerer Ruhe und Gelassenheit zu fördern.
- Rituale für mehr Lebensfreude
Schon kleine, wiederkehrende Handlungen im Alltag können gezielt für kleine Momente des Genusses sorgen und eine Menge Freude bereiten. Trinken Sie am Morgen bewusst Ihre Tasse Kaffee, hören Sie jeden Abend eine Minute lang Ihre Lieblingsmusik oder gehen Sie für einen kurzen Spaziergang nach draussen. Schaffen Sie solche Rituale regelmässig – Sie geben Ihrem Alltag Struktur, markieren bewusste Pausen und helfen
Studie: Pavani, J. B., Larmanou, M., Holtzer, S., & Colombo, D. (2025). Wanting to be happy fosters happiness by promoting savoring: A daily diary study. Journal of Happiness Studies, 26(3), 45.
Text: Stressdompteur®, 2025






