Stresstypen
Der Vermeider
Merkmale
Der Vermeider erlebt Stress vor allem durch Überforderung und innere Anspannung. Um diese kurzfristig zu reduzieren, werden Aufgaben, Gespräche oder Rückmeldungen aufgeschoben oder bewusst umgangen. Das Vermeidungs-verhalten wirkt zunächst entlastend, verstärkt jedoch langfristig den Stress, da unerledigte Themen innerlich präsent bleiben und zusätzlichen Druck erzeugen.
Stressverstärker
- Konfliktvermeider, Unklare Erwartungen, Angst vor Bewertung/Vergleich, oder vor versagen, Aufschieben von Entscheidungen.
- Grübel und Sorgenfilme „Was-wäre-wenn“-Szenarien ersetzen konkrete Schritte.
- Innere Glaubenssätze: „Ich kann/schaffe das nicht“, „Das ist eine Nummer zu gross für mich/ich traue mir das nicht zu“, …
Lösungsansatz
- Aufgaben in sehr kleine, überschaubare Schritte zerlegen.
- «Start-Trick“ um ins Tun zu kommen: „Ich beginne mit nur 10 Minuten und wenn ich dann immer noch keine Lust habe, darf ich etwas anderes machen“).
- Klärung von Erwartungen statt innerem Rückzug – Gespräche für Abklärung suchen, statt aufschieben.
- Selbstmitgefühl stärken, ungünstige Annahmen hinterfragen „wie häufig ist der schlimmste Fall schon eingetreten?
- Kleinste Erfolge sichtbar macht.
Der Antreiber
Merkmale
Hohe Leistungsorientierung, starke Ungeduld sowie ein ausgeprägtes Wettbewerbsdenken. Antreiber stehen häufig unter dem inneren Druck, ständig leisten, funktionieren und Erwartungen erfüllen zu müssen – vor allem die eigenen. Pausen, Fehler oder „Nicht-Produktivität“ werden schnell als Schwäche erlebt, was langfristig zu innerer Anspannung und Erschöpfung führen kann.
Stressverstärker
- «Ich muss es sofort erledigen“, auch wenn etwas Abstand sinnvoll wäre.
- Andere sind zu langsam/machen es nicht genau/gut genug“.
- Perfektionismus und sehr geringe Fehlertoleranz.
- Innere Glaubenssätze: „Ich muss Leistung erbringen, um anerkannt und wertgeschätzt zu werden“, „Pausen muss man sich zuerst verdienen“, …
Lösungsansatz
- Dringlichkeiten hinterfragen und neu einordnen. Annahme hinterfragen: „Was würde geschehen, wenn es heute nicht fertig wird und kann ich damit leben?»
- Realistische Zeitplanung mit Puffer planen, Antreiber-Gedanken bewusst erkennen und hinterfragen: „Muss ich hier 100% geben, oder reichen 80% für ein sehr gutes Ergebnis aus?“
- Klare Grenzen bei Erreichbarkeit und Aufgabenumfang setzen. Selbstwert schrittweise von Leistung entkoppeln.
Der Überforderte
Merkmale
Gerät vor allem durch das Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein, unter Druck. Die Belastung entsteht dabei weniger durch einzelne Aufgaben, sondern vielmehr durch die Summe gleichzeitiger Erwartungen, die als unüberschaubar, überwältigend und nicht mehr kontrollierbar wahrgenommen werden. Häufig geht damit innerer Unruhe, Entscheidungs-schwäche und das Gefühl ständig „hinterherzuhinken“ einher.
Stressverstärker
- Zu viele und gleichzeitige Aufgaben, Fehlende Prioritäten und klare Zuständigkeiten, ständige Erreichbarkeit, fehlende Abgrenzung, die Zeit ständig im Nacken.
- Innere Glaubenssätze: „Ich darf andere nicht enttäuschen“, “Ich muss allen gerecht werden“, …
Lösungsansatz
- Aufgaben planen in Tageseinheiten und „ausdünnen“. Betroffene könnten von der Eisenhower-Matrix profitieren.
- Abgrenzung, möglichst selbstgewählte Erreichbarkeit, Reduktion von „Unterbrechern“, klar definierte Arbeitseinheiten, z.B. in Blöcken. Unterstützung rechtzeitig einfordern (Anforderungen- Ressourcen müssen in Balance sein).
- Pausen bewusst einplanen, bevor Erschöpfung entsteht (max. 90 Minuten, dann 15 Minuten Entspannen)
Der Perfektionist
Merkmale
Der Perfektionist erlebt Stress vor allem durch den inneren Anspruch, alles fehlerfrei, vollständig und auf hohem Niveau erledigen zu müssen. Zufriedenheit tritt – wenn überhaupt – nur kurzfristig ein, da der Fokus stärker auf möglichen Mängeln als auf dem bereits Erreichten liegt. Das innere Erleben ist häufig von dem Gefühl geprägt, dass es immer noch ein wenig mehr und auch besser gehen müsste, was zu anhaltender innerer Anspannung und Selbstkritik führen kann.
Stressverstärker
- Der innerer Druck entsteht aus dem Glauben, keine Fehler machen zu dürfen und ständig bewertet zu werden (vor allem durch sich selbst).
- Sehr hohe Qualitätsansprüche gehen häufig mit Unbehagen vor Kritik und Kontrollverlust einher.
- Ein gut genug ist nicht perfekt führt zu wiederholtem Überarbeiten, Absichern und andauerndem Zweifeln.
- Innere Glaubenssätze: „Ich muss …“, „Wenn es perfekt werden soll, muss ich es selber machen“, „Anerkennung gibt es nicht umsonst“, …
Lösungsansatz
- Aufgaben in überschaubare Etappen gliedern und früh Rückmeldung oder Verstärkung ins Boot holen.
- Arbeitszeit begrenzen, statt endlos ausweiten (vorab ein Zeitlimit für jede Etappe definieren).
- Glaubenssätze hinterfragen und umkehren, aus „Ich muss Leistung erbringen …“ wird „Ich darf auch loslassen und gut für mich sorgen»
- Pausen bewusst einplanen, bevor Erschöpfung entsteht (max. 90 Minuten, dann 15 Minuten Entspannen)
Der Stressdompteur Weg: 4 Schritte zu Gelassenheit & Stärke
Stress inside – Prinzip verstehen, Signale erkennen
- Stress braucht kein Mensch – oder doch?
- Wieviel Stress ist noch gesund?
- Frühe Stresssignale wahrnehmen: der Körper als Frühwarnsystem
- Stress verstehen – Stress erkennen mit dem Stressdompteur-Radar
- Stress ist nicht das Problem: bewusster mit Stress umgehen und erste Strategien für mehr Gelassenheit im Alltag
Bewerten, Denken, handeln – wege aus der stressfalle
- Das „ABCDE“ der Stressreaktion
- Sich besser fühlen beginnt im Kopf
- Glaubenssätze, Bewertungen, Gewohnheiten: ungünstige Muster erkennen und in unterstützende Wirkfaktoren umwandeln
- Gewinnenden und konstruktive Bewältigungs-Strategien für zielführendes Verhalten und Handeln
- Mitfühlen statt mitleiden: bei sich selbst und trotzdem im Kontakt mit anderen bleiben – Abgrenzung als innere Führungskompetenz für souveränes Handeln
Ressourcen entdecken, stärken & verfügbar machen
- Ressourcen: die inneren und äusseren Quellen für Energie, Stärke und Stabilität
- Ressourcen erkennen mit dem Stressdompteur-Radar
- Vorhandene Ressourcen freilegen, aktivieren und stärken
- Lebensrollen optimieren mit dem Mentalkompass
- Starke Bilder: vorstellbar, wünschenswert und umsetzbar
Entspannt im denken & unaufgeregt im handeln
- Stressoren in alltäglichen Situationen erkennen und auflösen
- ungünstige Bewertungen und alte Glaubenssätze hinterfragen und verändern
- Aus innerer Stabilität und Kraft reagieren, statt impulsiv handeln
- Mit mehr Ruhe, Klarheit und Selbstführung neue förderliche Gewohnheiten anlegen und festigen
- Vertrauen in die Fähigkeit zur Stressbewältigung fördern, für mehr Selbstvertrauen, Resilienz und Vitalität
- chronischer Stress wird reduziert: Erschöpfung vorbeugen und Gesundheit stärken